120 Jahre Sektion Eger und Egerland

Im folgenden ein Überblick in Kurzform über die wichtigsten Begebenheiten im Lauf der 120-jährigen Sektionsgeschichte. Die Ereignisse bis Ende 1993 sind dem Bericht unseres Ehrenvorsitzenden Bruno Treitl in der Festschrift „100 Jahre Sektion Eger und Egerland“ entnommen.

1894Am 13.06. Gründungsversammlung im Hotel „Kronprinz Rudolf“ in Eger als Sektion des „Deutschen und Österreichischen Alpenvereins“ (DuOeAV).
1904Die Hauptversammlung (HV) beschließt den Bau einer bewirtschafteten Schutz-Hütte am Seekofel/Pragser Dolomiten (b. Cortina d’Ampezzo). Jahrelange Vorplanungen und Pflege eines Hüttenbaufonds waren vorausgegangen.
1907Einweihung der fertiggestellten, auf 2.350 m gelegenen Hütte als „Egerer Hütte“. Mit dem Bau war im Juli 1906 begonnen worden.
1918Durch den 1.Weltkrieg hatte sich die Mitgliederzahl von ca. 150 (1914) auf unter 100 ermäßigt. Die Egerer Hütte wurde von Italien entschädigungslos enteignet.Böhmen gehört nun zum neuen Staat „Tschechoslowakische Republik“.
1920Umbenennung des Sektionsnamens in „Deutscher Alpenverein Eger und Egerland im Verband der deutschen Alpenvereine im tschechoslow. Staat.“
1925Die Sektion befasste sich schon seit Jahren mit Kauf/Errichtung einer neuen Schutzhütte. Eine Ansiedlung in den Alpen kommt aus finanziellen. Gründen nicht in Betracht. Nun wird der Bau einer Hütte am „Tillenberg“, einem Hausberg von Eger, beschlossen und dort ein Grundstück gekauft.
1926Fertigstellung und Einweihung des Tillenberg-Schutzhauses (ca. 900 m Höhe im Böhmerwald).
1932Ständige Verbesserungen am Tillenberg-Haus haben zu einem sehr guten Besuch beigetragen (1932 ca. 4.300 Personen), die Mitgliederzahl ist auf ca. 430 gestiegen.
1937Der Wunsch nach einer eigenen Sektionshütte in den Alpen ist seit Jahren gestiegen. Der DuÖeAV bietet die ihm zugefallene, 1886 erbaute Hütte am Roßbrand bei Radstadt (1.768 m Höhe) zum Kauf an; die Sektion nimmt an.
1945Durch die Kriegsereignisse war die Vereinsarbeit nach und nach zum Erliegen gekommen.
1943Schließung der Radstädter Hütte. Das Tillenberg-Haus wird zerstört (und später abgerissen). Nicht zu ersetzende Unterlagen gehen verloren. Die Vertreibung der noch vorhandenen Mitglieder aus dem Egerland bedeutet praktisch das Sektionsende.
1950 Zusammenkunft von Vertretern ehem. sudetendeutscher Sektionen: Beschluss, die früheren Sektionen wieder zu aktivieren. Anwesend ist u.a. Dr. Anton Pecher (1. Vorsitz. von Eger und Egerland 1930 – 1937), nun wohnhaft in Regensburg.
1953Dr. Pecher hatte sich inzwischen von Regensburg aus um das Auffinden noch lebender Sektionsmitglieder bemüht; nun erste Besprechung über eine offizielle Reaktivierung. Der eingeschaltete DAV erläutert die dafür nötigen Maßnahmen.
1954Vom OeAV kommt die Nachricht, dass die Radstädter Hütte unter Verwaltung eines Mitglieds des OeAV als Treuhänder noch besteht. Im März beschließen 20 Personen auf einer 1. Hauptvers, die Tätigkeit der Sektion im DAV, nun mit Sitz in Regensburg, wieder aufzunehmen. Dr. Pecher wird 1. Vorsitzender.
1957Die Radstädter Hütte steht der Sektion nach Wegfall der Treuhänderschaft wieder zur vollen Verfügung. Das Haus weist erhebliche Schäden mit dringend erforderlichen Maßnahmen auf, die in den Folgejahren erledigt werden.
1968In Bubenreuth hatte sich der „Verein der Bubenreuther Berg- u. Wanderfreunde“ mit zahlreichen aus dem Egerland stammenden Mitgliedern unter Leitung von Bruno Treitl gebildet; er tritt nun geschlossen der Sektion Eger und Egerland als Ortsgruppe bei, was die Zahl der Sektions-Mitglieder auf über 300 erhöht.
1969Einweihung der Bubenreuther Hütte: Die Ortsgruppe Bubeneuth hatte 1968 auf einer Alm über Kals a. Großgl. eine leerstehende, beschädigte Hütte gepachtet und überwiegend mit Eigenleistung der Mitglieder in eine Berghütte, mit allem, was erforderlich ist (Küche, Schlaf- u. Aufenthaltsräume usw), umgebaut.
1981In den vorausgegangenen Jahren hatten die Aktivitäten der Sektion zunehmend in Regensburg nachgelassen und sich in Bubenreuth ausgeweitet. Eine a. o. Mitgliederversammlung beschließt die Sitzverlegung nach Bubenreuth und den Verkauf der für die Sektion fi nanziell nicht mehr tragbaren Radstädter Hütte (Abschluss des Verkaufs 1983). Bruno Treitl ist jetzt 1. Vorsitzender.
1985Einweihung des Hauses Egerland in Hiltpoltstein-Almos. Der Verkaufserlös der Radtstädter Hütte (nach Abdeckung der Verbindlichkeiten) musste sinnvoll in ein Sektionshaus investiert werden. Ein Wochenendhaus mit großem Grundstück stand in Almos zum Verkauf, wurde 1983 erworben und – wieder mit großem Einsatz vieler Mitglieder – zu einer „Mittelgebirgshütte“ mit Aufenthalts- und Schlafräumen um- und ausgebaut.
1990 Von Mitgliedern aus Höchstadt/Aisch und Umgebung gebildet, hat die Sektion wieder eine Ortsgruppe. Die Sektion zählt inzwischen über 700 Mitglieder.
1994Von langer Hand vorbereitet wird mit festlichen Veranstaltungen das 100-jhr. Jubiläum der Sektion gefeiert. Der Ende d. J. auslaufende Pachtvertrag für die Bubenreuther Hütte in Kals wird von den Eigentümern, zum großen Bedauern vieler Mitglieder, nicht verlängert. Die Sektion ist nunmehr ohne Stützpunkt in den Alpen. Sofort beginnt die Suche nach einem Ersatz für die Hütte.
1998Einweihung der „Neuen Bubenreuther Hütte“ in Piesendorf-Walchen (bei Zell a. See). Ein dort in einer Feriensiedlung zum Verkauf stehendes Haus (in 920 m Höhe) wurde 1997 erworben und mit zahlreichen Eigenleistungen vieler Mitglieder zu einer modernen Alpenvereins-Hütte ausgebaut (mit Erweiter- und Verbesserungen in den folgenden Jahren). Trotz intensiver Suche konnte in höherer und mehr abgeschiedener Lage nichts Vernünftiges gefunden werden.
2000Errichtung einer Kletteranlage im Nebengebäude eines Bubenreuther Landwirts. Trotz geringer Höhe (ca. 5 m) entsprach sie zunächst den Ansprüchen, bis sie 2012, vor allem wegen stark nachgelassenem Interesse aufgegeben wurde.
2001Übertritt von ca. 230 Mitgliedern aus einer Ortsgruppe der Sektion Erding in die Eger-Egerländer-Sektion. Diese OG war 1960 aus Angehörigen eines Konzerns entstanden, die im Raum München wohnten. Sie teilte sich 1970, nachdem viele Mitglieder berufsbedingt in den Raum Erlangen zogen. Mit dem Erlanger Teil, der sich einer Sektion in Erlangen oder Nähe anschließen wollte, wurden 2001 Übertrittsverhandlungen erfolgreich abgeschlossen. Damit erhält die Sektion eine „AM-Nord Erlangen“ genannte neue Ortsgruppe.
2009Errichtung einer Geschäftsstelle in einer von der Gemeinde Bubenreuth gemieteten kleinen Wohnung. Vorher befand sie sich jahrzehntelang in Privaträumen von Vorstandsmitgliedern. 2014 Der Mitgliederstand hat sich in den vergangenen Jahren in etwa konstant bei ca. 1.120 Mitgliedern gehalten. Seit 2012 kämpft die Sektion um einen vollständigen Vorstand.